Zweiter Sieg für Nationalspielerin in Mülheim.  

Mülheim/Ruhr Leonie Harm sichert sich den Titel bei den 78. Internationalen Amateurmeisterschaften von Deutschland. Die Spielerin des GC St. Leon-Rot war die einzige Athletin, die in allen vier Runden unter Par blieb. Am Ende hatte Harm einen Schlag Vorsprung auf die Dänin Karen Fredgaard. Bronze sicherte sich Sophia Zeeb vom Stuttgarter GC.

 

 

Spannender Finaltag

Bei teils kräftigem Wind wurde den 60 Damen, die es in die Finalrunde dieses traditionsreichen Turniers geschafft hatten, manch eine schwierige Aufgabe auf dem prächtig gepflegten Platz des GC Mülheim an der Ruhr gestellt.

Im Leaderflight setzte Sophia Zeeb (Solitude) früh ein Ausrufezeichen, als sie auf Bahn 5 zum Eagle einlochte und auf Bahn 7 mit einem Birdie auf „drei unter“ für den Tag ging. Zu diesem Zeitpunkt hatten Leonie Harm (SLR) und Karen Fredgaard (Dänemark), die mit einem Zähler Vorsprung auf die Runde gegangen waren, ihren Gesamtscore von -5 noch nicht verbessern können. Harm war sogar mit einem Bogey gestartet, konnte diesen aber mit einem Birdie auf Bahn 6 wieder ausgleichen.

Auf Rang vier war zu diesem Zeitpunkt Sofie Nielsen die einzige Athletin des Feldes, die mit gesamt -3 noch Anschluss halten konnte. Die Dänin hatte ebenfalls auf Bahn 6 ein Birdie notiert und hielt sich damit noch im Rennen um die Spitze.

Wende auf Bahn 10

Sophia Zeeb legte auf Bahn 9 ein Birdie nach und kreuzte mit zwei Schlägen Vorsprung auf die Back Nine. Auf Bahn 10 zog die Stuttgarterin ihren Drive rechts in Aus. Diese Bahn änderte die Spitzenposition kräftig, denn es wurde das Doppelpar und so musste die Stuttgarterin mit ansehen, wie Leonie Harm und Karen Fredgaard vorbeizogen. Mit zweimal -6 und der -4 von Zeeb ging es auf Bahn 11.

Leonie Harm spielte konstant und sicher ihr Spiel und konnte zusehen, wie auch die Dänin mit zwei Bogeys zurückfiel. Nach 15 Bahnen stand die Spielerin des GC St. Leon-Rot mit zwei Schlägen Vorsprung scheinbar sicher an der Spitze.

Noch einmal eng

Von Entspannung konnte aber spätestens dann keine Rede mehr sein, als die 18-Jährige Dänin auf Bahn 17 mit einem starken Birdie wieder verkürzte, so dass aus Sicht der Schwäbin auf der heiklen Abschlussbahn durchaus noch etwas hätte anbrennen können.

Fredgaard legte vor und ging mit ihrem Drive volles Risiko, hatte gehörig Glück, dass ihr Ball von der 100-Meter-Markierung davon abgehalten wurde, in den großen Teich rechts des Fairways zu rollen.

Leonie Harm selbst hielt ihren Abschlag etwas kürzer, lag links im Semirough aber auch nicht optimal. Zumal: Die Fahne steckte relativ weit vorne und bei Rückwind aus dem hohen Gras den Ball lang über das Wasser zu spielen und auf dem Grün zum Halten zu bringen, war alles andere als einfach. Doch Leonie Harm meisterte diese Aufgabe sehr gut. Die Erleichterung war ihr ins Gesicht geschrieben, als der Ball am hinteren Grünrand zu liegen kam.

Fredgaard lag ebenfalls weit hinter der Fahne und hätte schon einen Putt aus mehr als 20 Metern zum Birdie versenken müssen, um noch ein Stechen zu erzwingen. Der Putt der Skandinavierin lief tatsächlich genau auf das Loch zu, blieb aber weniger als einen halben Meter von der Dose entfernt liegen. Der Sieg für eine deutsche Spielerin stand damit fest, auch wenn Harm noch einen Wadenbeißer zum Par hatte.

Die Siegerin durfte in einem Meer an Glückwünschen und Respekt baden. Entsprechend groß war ihre Freude über den Triumph: „Dieser Sieg bedeutet mir sehr viel. Es ist eines meiner Lieblingsturniere. Sophia Zeeb hat auf den ersten Neun phänomenal gespielt und da dachte ich schon bei mir, dass ich halt Zweite werde. Dann ist ihr auf Bahn 10 etwas Unglückliches passiert und da habe ich meine Chance gewittert. Ich bin sehr stolz, dass es am Ende geklappt hat. Ich hoffe, dass der Sieg mich in eine gute Richtung für die nächsten Turniere bringt.“