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26. September 1992

45d186a8c6Das war's
Nach zwölf schwierigen Jahren ein glücklicher Tag:
26. September 1992

August 1980.
Das ist die historische Geburtsstunde des
Golfclub Mülheim an der Ruhr.

An diesem Tag beschlossen acht Herren, von denen bereits vier Golfspieler waren, die Satzung und liessen sie beim Vereinsregister beurkunden. Ihre Namen: Werner Bungert, Jens Eitel, Wilhelm Johannknecht, Dr. Erich-Karl Möller, Horst Riedel. Hans Schafstall, Dr. Hans Singer und Erhard Fischer. Im Laufe der Jahre kamen hinzu: Dr. Heinz Riedel, Wolfgang Heinser, Dr. Rolf Schaberg und Knut Eckermann.

Klar, dass es damals schon galt, diesem ersten Schritt den zweiten möglichst schnell folgen zu lassen: Ein geeignetes Gelände zu finden, um einen Golfplatz zu bauen. Keines der Gründungsmitglieder hatte sich diese Aufgabe leicht vorgestellt, doch mit dem tatsächlichen Ausmass der Schwierigkeiten hatte natürlich auch niemand gerechnet. Schon das erste Gelände, das im Juli 1981 in Selbeck besichtigt wurde, stellte sich - zumindest, was die Gegend anging - als gut heraus.

Also wurden die ersten Gespräche mit den Eigentümern aufgenommen. Ein fast unüberwindliches Problem stellten die verschiedenen Besitzverhältnisse dar, obwohl die ersten Verhandlungen mit dem Haupteigentümer, dem Grafen Spee, einen positiven Verlauf nahmen. Klarheit konnte nicht gewonnen werden, weil man in diesem Stadium schon allein aus Kostengründen nicht so einfach ein grosses Stück Land für viele Jahre pachten wollte. Zu gross war das Risiko, dass die Planung aufgrund der Auflagen durch die verschiedenen Genehmigungsverfahren geändert oder gar aufgegeben werden musste. Ein Balance-Akt, der auch im Laufe der folgenden Jahre nichts von seiner Brisanz verlor. In der Praxis bedeutete das: Die acht Gründungsmitglieder mussten bis zur endgültigen Genehmigung alle anfallenden Kosten auf eigenes Risiko tragen.

1stvorstandNur ein Jahr später, 1982, wurden Gespräche mit Golfplatzarchitekten geführt und schliesslich die Deutsche Golf Consult beauftragt. die notwendigen Planungsunterlagen für Gespräche mit der Stadtverwaltung zu erstellen.

Die Aussichten erschienen zunächst nicht schlecht. Weil das Gelände jedoch in einem Landschaftsschutzgebiet lag, ergaben sich unterschiedliche Rechtsstandpunkte:
Musste ein Flächen-Nutzungs-Änderungsverfahren durchgeführt werden oder nicht?

Der erste diesbezügliche Ratsbeschluss der Stadt Mülheim wies im Bebauungsplan des Golfplatzes den Niederstinshof als Clubhaus aus, und die Zufahrt war über den Tenter Weg - von Breitscheid aus kommend - geplant. Bürgerinitiativen und Einsprüche gegen die vorgelegten Pläne liessen nun nicht mehr länger auf sich warten. Die Zeitungen berichteten und druckten emotional aufgeladene Leserbriefe (beider Parteien) ab. Doch der Kreis der Befürworter wuchs. So war es kein Wunder, dass sich selbst in diesem Stadium bereits viele Golfer und solche. die es werden wollten, an den Vorstand wandten und um Aufnahme als Mitglied im Verein baten.

Eine erneute Verzögerung trat ein, als die Stadt Ratingen ihre Zustimmung für die geplante Zufahrt verweigerte. Es musste umgedacht und umgeplant werden. Neue Genehmigungsverfahren wurden eingeleitet. Sozusagen in letzter Sekunde gab die Stadt Mülheim zwischen Weihnachten und Neujahr grünes Licht für den Bau in der jetzt vorgelegten Form: Clubhaus auf der Wedauer Strasse, Zufahrt von der Kölner Strasse (alte B 1) über ein Gelände des Fliednerwerkes, (das nach schwierigen Verhandlungen angepachtet werden konnte). Die Zeit war knapp geworden, denn wenige Tage später am 31. Dezember liefen die befristeten Vorpachtverträge mit den Grundstückseigentümern aus. Gleichzeitig bedeutete diese positive Entscheidung auch, dass nun Mitglieder aufgenommen werden konnten.

Das Echo auf das erste Anschreiben der Interessenten mit den Aufnahmebedingungen war so gross, dass schon wenige Wochen später auf der ersten grossen Mitgliederversammlung ein vorläufiger Aufnahmestopp beschlossen werden musste. Bei dieser Gelegenheit möchte ich allen tätigen Mitstreitern für ihre geleistete Arbeit und Ausdauer danken.

b13c386f5eAbschliessend möchte ich sagen: Golf ist ein Breitensport geworden. Auch in Mülheim. 670 Mitglieder zählt der Verein inzwischen, und die Warteliste wird lang und länger. Anlässlich dieser schwierigen zwölf Geburtsjahre sei auch eine kritische Bemerkung erlaubt: Trends lassen sich nicht aufhalten. Schon gar nicht, wenn man dabei vorgibt, im Interesse der Allgemeinheit zu handeln. Golf ist nicht nur in Deutschland, sondern in der ganzen Welt der Sport mit den höchsten Zuwachsraten. Es gilt also. nicht länger nur dagegen zu sein, sondern konstruktiv darüber nachzudenken, wie den vielen anderen Golfern, die auf der Suche nach Spielmöglichkeiten sind, geholfen werden kann.

Horst Riedel
Mülheim an der Ruhr 1992